Tierschutz beim Fleischimport im Fokus der Politik

18.10.2017

Nebst den beiden verwerflichen Fällen Hefenhofen und Annen stand in letzter Zeit der Tierschutz, jeweils bezogen auf die Fleischeinfuhr, auch im Fokus der nationalen Politik.

So wurde bekanntlich die Parlamentarische Initiative von Nationalrat Yannick Buttet (CVP, VS) von beiden Räten angenommen mit dem Ziel, gleich lange Spiesse bei der Versteigerung von Halalfleisch zu schaffen und dieses obligat zu deklarieren, wenn es aus Schlachtungen ohne vorgängige Betäubung stammt. Aktuell steht die Ausarbeitung der betreffenden gesetzlichen Vorgaben durch die dafür zuständige Nationalratskommission bevor. Daraus abgeleitet forderte Ständerätin Anita Fetz (SP, BS) in einer neuen Motion, dass sämtliches Fleisch von Tieren aus Ländern ohne gesetzliche Betäubungspflicht entsprechend zu deklarieren sei. Dies, obwohl die meisten ausländischen Schlachtbetriebe mit Einfuhren in die Schweiz ihre Schlachttiere schon heute vorgängig betäuben. Für das von den grossen Importeuren eingeführte Fleisch trifft dies ausnahmslos zu, was diese vor kurzem ihren Kunden schriftlich bestätigt haben. Auf dieser Basis hat Frau Fetz wohl erkannt, dass ihr Vorstoss überflüssig ist, worauf sie ihn zurückgezogen und damit definitiv beerdigt hat! In einem ähnlichen Zusammenhang ist auch die von den Grünen lancierte Fair-Food-Initiative zu sehen, die vom Nationalrat mit 125 zu 37 Stimmen bereits deutlich und im Ständerat hoffentlich noch ebenso klar abgelehnt wird. Erst vor einigen Tagen wurde die Motion «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Produkte» von Nationalrat Matthias Aebischer (SP, BE) von der zuständigen Kommission des Ständerates verworfen – dies, nachdem sie der Nationalrat Anfang Juni noch mit 97 zu 77 Stimmen guthiess. Obwohl auch aus Sicht des SFF tierquälerische Methoden klar abzulehnen sind und der Motionär zu gewichtigen Ausnahmen bereit gewesen wäre, erweist sich das angestrebte Einfuhrverbot als in der Praxis schlichtweg nicht umsetzbar. Es ist daher zu hoffen, dass der Ständerat dies ebenso sieht und die Motion noch wuchtig ablehnen wird. Die obgenannten Beispiele zeigen klar, dass es für eine Branche wie die Fleischwirtschaft eminent wichtig ist, die jeweiligen politischen Entwicklungen eng zu begleiten – notabene eine Kernaufgabe des SFF, die er zum Wohle seiner Mitglieder gerne wahrnimmt!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor
 
 
 
 
 

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