22. Mai 2013
Mit Beatrice Egli hat vor rund zwei Wochen ein aufstrebendes Schlagertalent mit Metzgerwurzeln den begehrten Superstar-Titel des TV-Senders RTL errungen – herzliche Gratulation. Sie hat es dabei auch geschafft, als Metzgerstochter unsere Branche einem internationalen Publikum auf äusserst angenehme Art und Weise näher zu bringen. Ähnliche Sympathieträger kennt die Fleischbranche bereits mit dem Skirennfahrer und Schweizer des Jahres 2011 Didier Cuche sowie diversen Schwingern. Auch die Praxis hält viele gute Vorbilder bereit, sei dies unter den Berufsleuten und/oder den Fleischfachgeschäften.
Umgekehrt haben die Fleischberufe seit jeher mit einem grösseren Imageproblem zu kämpfen. Dabei hilft das Argument der geburtenschwachen Jahrgänge nichts, denn die Nachfolgeproblematik lässt sich dadurch nicht lösen. Völlig zu Unrecht haftet den Fleischberufen auch heute noch das Image des Schlächters mit der blutigen Schürze an, ohne dass anerkannt wird, wie vielseitig das Fleischmetier ist und welche einmaligen Karrierechancen sich mit den notwendigen Fähigkeiten und dem entsprechenden Willen bieten. Leider ist es für viele Jugendliche (inkl. Eltern) nach wie vor cooler, anstelle eines handwerklichen Berufs den Hochschulweg zu beschreiten oder eine Bürolehre anzutreten.
Es ist leider eine Tatsache, dass der hiesigen Fleischbranche vermehrt sowohl von der Anzahl wie auch von der Qualifikation her die Fachleute fehlen. Der SFF versucht daher seit einiger Zeit mit seiner Image-Kampagne Swiss Meat People oder dem Angebot eines Wurstkits für Volksschulen entsprechend Gegensteuer zu geben. Dies reicht aber bei weitem nicht aus, weshalb die persönliche Werbung durch jedes einzelne SFF-Mitglied nötiger denn je ist und sich nicht einfach auf den SFF abdelegieren lässt.
Gute Beispiele hierfür sind das Mitwirken an einer Bildungsmesse oder die Durchführung von Tagen der offenen Türen für Schulklassen, interessierte Jugendliche (inkl. Eltern) bzw. Berufsberater. Zunehmend gefragt sind auch alternative Modelle, wie z. B. die Rekrutierung von Nachwuchskräften aus Ländern mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Immer wichtiger wird es daher, als gesamte Branche und mit Unterstützung von Sympathieträgern wie den oben genannten gemeinsam am selben Strick für unseren Berufsnachwuchs zu ziehen!
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor



