8. Mai 2013
Wie in der letzten «Fleisch und Feinkost» berichtet, haben die Abgeordneten des SFF am 17. April dem Antrag des Hauptvorstandes einstimmig zugestimmt, gemäss bisheriger Usanz unverändert an der Waag- und Administrationsgebühr von drei Franken pro Schlachtschwein festzuhalten, diese aber neu als Lieferanten-Kostenbeitrag zu bezeichnen. Auch wurde die Empfehlung ausgesprochen, die sich im Umlauf befindenden Rahmenverträge keinesfalls zu unterzeichnen.
Ausgelöst wurden die Diskussionen bereits 2011 durch diverse Schweineproduzenten unter der Ägide der Suisseporcs. Daraufhin bildete eine Arbeitsgruppe von Proviande mit Vertretern aller Stufen, die sich in mehreren intensiven Aussprachen um die diversen Kostenstellen bei der Schlachtung und den eigentlichen Eigentumsübergang Anfang 2012 einzig auf Wiegekosten von 50 bis 70 Rappen pro Schlachtschwein einigen konnte. Dies bedeutet, dass die Bemessung der Administrations- und der übrigen bei der Schlachtung auftretenden Kosten rein auf privatrechtlicher Basis über die Einkaufsbestimmungen der jeweiligen Unternehmen zu erfolgen hat.
Nachdem die Schweinepreise in den letzten Monaten kräftig angezogen haben, fühlte sich die Suisseporcs wieder stark genug, um die bisherige Usanz bei den Waag- und Administrationsgebühren erneut anzugreifen. In den letzten Wochen wurde daher der Schweinehandel – ohne die Verwerter notabene – derart unter Druck gesetzt, dass sich dieser nach hart geführten Verhandlungen bereit erklärte, vorübergehend 1.20 Franken pro Schlachtschwein zu übernehmen. Wie sich aus dem Suisseporcs-Rahmenvertrag schliessen lässt, besteht das Hauptziel jedoch darin, die von den bisherigen drei Franken nach Abzug der Wiegekosten von 60 Rappen verbleibenden 2.40 Franken vollends dem Handel bzw. den Verwertern aufzubürden.
Wie der Entscheid der SFF-Abgeordneten klar zeigt, lassen sich die Verwerter von der Suisseporcs nicht einfach über den Umweg des Handels unter Druck setzen – denn so geht es nicht! Es bleibt vielmehr zu hoffen, dass die Produzenten auch aus der aktuellen Position der relativen Stärke heraus die Situation nicht weiter eskalieren lassen und zur Vernunft kommen. Denn schliesslich müssen Verhältnisse, wie sie derzeit leider im Milchmarkt herrschen, im Fleischsektor im Interesse aller unbedingt vermieden werden!
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor



