01. September 2010
In letzter Zeit wurde dem Fleisch in den Medien viel Platz eingeräumt, mit kritischen und objektiven Aussagen. So wurde in diversen Tageszeitungen – oft in ausführlicher Form – über das Buch «Tiere essen» des amerikanischen Autors
J. S. Foer zur Massentierhaltung, zu Fleischproduktion und Klimawandel, zu Klonfleisch sowie zu Geflügelfleisch und Campylobacter. Themen, die nicht neu, aber wiederkehrend sind. Weil sie in der Regel ein hohes Mass an heikler Materie enthalten, erwächst bei den Autoren sowie in der heterogenen Leserschaft stets eine besondere Sensibilität. So erscheinen einzelne Beiträge als ausgewogen und wertvoll, andere hingegen eher reisserisch. Qualitäts- und Boulevardjournalismus unterscheiden sich darin jeweils signifikant.
Die Häufung von solchen Berichten mag mit der «Saure-Gurken-Zeit» im Zusammenhang stehen. So empfinden wir es in der Branche als erstaunlich, welch leichten Zugang diverse Medien einzelnen fleischkritischen Kreisen zugestehen, während die Öffentlichkeit eher indifferent zu reagieren scheint – von einzelnen Agitatoren mal abgesehen, welche dann erst recht ihre Chance zu erkennen scheinen. Ihr Lamentieren stört dann sehr. Es bleibt unbestritten, dass Fleisch aufgrund des damit verbundenen Tötungsprozesses als das emotionalste aller Lebensmittel gilt. Das schürt viele Interessen, auch jenes der Medien. Deshalb stellt gerade für sie die Verknüpfung von emotionellen Elementen mit fachlichen Argumenten immer wieder eine grosse Herausforderung dar.
Denken wir auch an die Highlights. So steht z. B. das Abkommen zwischen der EU und der Schweiz für die gegenseitige Anerkennung von Herkunftsbezeichnungen (GUB, GGA) kurz vor dem Abschluss. Dies ist gerade im Hinblick auf die sich langsam öffnenden Grenzen von grosser Bedeutung. Mit dem neuen Schwingerkönig, Kilian Wenger, hat zudem ein gelernter Metzger als grosser Sympathieträger für unsere Branche den Schwinger-Olymp erklommen!
Unsere Kundschaft erfährt oft ein Wechselbad der Empfindungen. Für den erforderlichen Ausgleich sorgen am besten Glaubwürdigkeit, Kompetenz sowie Herzblut für und mit unseren Produkten.
Ruedi Hadorn


